Studieren in Coronazeiten

Das Sommersemester 2020 und das Wintersemester 2020/2021 aus Sicht der Studierenden

Die Covid-19-Pandemie hat und hatte enorme Auswirkungen auf Studierende und deren Lebenssituation. Aus unserer Sicht ist es wichtig, die Perspektiven und Erfahrungen von Studierenden in diesen außergewöhnlichen Semestern sichtbar zu machen, um aus diesen Erfahrungen für die kommenden Semester lernen zu können.

Wir haben Sie deshalb gefragt, wie sich Ihr Leben durch die Umstellung auf digitale Lehrformate, das Wegfallen von Nebenjobs, die eingeschränkten sozialen Kontakte oder die Übernahme von Fürsorge- und Pflegetätigkeiten in Zeiten des Lockdowns verändert hat. Ergänzend zu diesen subjektiven Erfahrungsberichten aus dem Sommersemester 2020 haben wir mittlerweile zwei standardisierte Befragungen durchgeführt, um die Probleme und Herausforderungen, die in den Corona-Semestern SoSe 20 und WS 20/21 aufgetreten sind, genauer zu beleuchten. Im Folgenden stellen wir die Erfahrungsberichte sowie die Ergebnisse der quantitativen Befragungen vor.

Erfahrungsberichte aus dem Ausnahmesemester Sommersemester 2020 (Klicken Sie auf Mehr..., um zu den vollständigen Erfahrungsberichten zu gelangen)

             "Online Soziologie studieren? Geht denn das? Rückblickend kann ich festhalten:
             Nicht die generelle Machbarkeit eines Online-Semesters war die eigentliche Frage,
             sondern vielmehr das Wie." Mehr... [pdf, 43 kb]

"Der mangelnde Kontakt zu Kommiliton*innen erwies sich dann
auch während des Studiums für mich persönlich als größte Last,
und zwar sowohl persönlich als auch fachlich. Per Video-Chat in 
der großen Gruppe lernt man niemanden kennen und ein intensiver
inhaltlicher Austausch ist einfach nicht möglich. Besonders in der
Soziologie empfinde ich die Diskussion mit anderen jedoch als
zentrales Element, welches mir persönlich dabei hilft, neues
Wissen zu festigen." Mehr... [pdf, 28 kb]

                   "Besonders in Bezug auf das Studium merkte ich, dass ich weniger Pausen machte
                   und abends mit extrem reizüberflutetem Kopf ins Bett ging. (Gehe, es ist ja nicht
                   vorbei) Dadaurch alles online auszulagern, wird meiner Ansicht nach
                   (bei ausbleibenden technischen Problemen) alles effizienter. Bei Plena oder im
                   Seminar ist viel klarer, wer spricht und wann [wer] dran ist und das macht die Dinge
                   viel stringenter, aber auch kälter und was extremst fehlt ist die kurze Zerstreuung -
                   zum Beispiel durch Kaffeepausen." Mehr... [pdf, 25 kb]

"Aufgrund der sehr eingeschränkten Öffnungszeiten
der Bibliothek und der Platzbuchung ist leider für viele
Studierende kaum an einen normalen Arbeitsalltag zu
denken. Vier Stunden am Tag sind schlichtweg nicht
ausreichend, um sinnvoll an Abschlussarbeiten zu arbeiten." Mehr... [pdf, 19 kb]

                            "Ich fand die Umstellung auf das Homeoffice sehr schwierig.
                            ich hatte die ganze Zeit das Gefühl ich arbeite nicht genug,
                            obwohl ich voll ausgelastet war mit den Uni-Veranstaltungen
                            und meinem Nebenjob.
                            Was  ich auch sehr vermisst habe, ist der Ortswechsel für
                            verschiedene Seminare und Vorlesungen. In Präsenzveranstaltungen
                            konnte ich nach einer Veranstaltung immer gut "abschließen"
                            und mich auf die nächste Veranstaltung konzentrieren. In diesem
                            Semester hatte ich nur meinen Schreibtisch und mich,
                            das war anstrengend." Mehr... [pdf, 24 kb]

"Die Zeit im März habe ich sehr negativ empfunden, da ich zu dieser Zeit gerade bei der
Themenfindung für die Masterarbeit war und mich sehr allein gelassen gefühlt habe.
Im Home-Office konnte ich nicht konzentriert arbeiten und eine Quarantäne (aufgrund
Reiserückkehr aus einem Risikogebiet) kam als Belastungsfaktor noch dazu. Es hat mich
sehr frustriert, dass ich Bücher, die ich dringend für die Recherche benötigt hätte, nicht einfach
ausleihen konnte und die Online-Zugriffe waren bei weitem nicht ausreichend." Mehr... [pdf, 31 kb]

                                             "Da die Vorlesungen in digitaler Form vorliegen,
                                             hatte ich eher die Chance mich mit dem Gesagten
                                             auseinanderzusetzen und [mich] gleichzeitig mit
                                             den Folien beschäftigen zu können. ZUm ersten Mal
                                             hatte ich das Gefühl, nichts zu verpassen, da durch
                                             die Pausen-Option genügend Zeit zum Notizen machen
                                             blieb, sowie zum Nachdenken über das Gesagte." Mehr... [pdf, 32 kb]

"Wie auf ein Seminar konzentrieren, wenn die Möglichkeit besteht, nebenbei in der Küche zu kochen?
Oder ein spannendes Buch weiterzulesen? Und darin liegt für mich persönlich ein großes Dilemma:
Mein Wohnraum kann nicht als angemessener Ersatz für einen Seminarraum dienen. Er kann kaum
eine Arbeitsatmosphäre schaffen. Ferner stellt sich mir die Frage, ob er das überhaupt sollte?
Nach einem Semester Online-Studiums-Erfahrung kann ich für mich persönlich diese Frage mit nein beantworten.
Ich benötige den räumlichen Abstand zwischen verschiedenen Atmosphären und Funktionen." Mehr... [pdf, 43 kb]


Studierendenbefragungen zum Studieren in Coronazeiten

Ergebnisse der Studierendenbefragung zum Corona-Semester SoSe 2020 [pdf, 422 kb]

Ergebnisse der Studierendenbefragung zum Corona-Semester WS 2020/2021 (einschließlich Vergleich zu den Ergebnissen aus dem SoSe 2020) [pdf, 5 mb]

 

 



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