Forschungsprojekte

DFG Projekt: "Fürsorgliche Junge" 01.02.2019-31.01.2022 Sylka Scholz Inhalt einblenden

DFG-Projekt „Fürsorgliche Jungen?“
Projektlaufzeit: 01.02.2019-31.01.2022
Projektleitung: Prof. Dr. Sylka Scholz
Projektmitarbeiter*innen: Nadine Nebyie Baser, Kevin Leja, Iris Schwarzenbacher


Ausgangspunkt des Projektes ist die soziologische Zeitdiagnose einer Krise der gesellschaftlichen Reproduktion. Diese Krise wird im öffentlichen Diskurs vorrangig als Problem von und für Frauen diskutiert, etwa als Vereinbarkeitsdilemmata von erwerbstätigen Frauen oder als Kinderlosigkeit von Akademikerinnen. Auch wissenschaftlich sind die Themen Care und Care-Arbeit vorrangig mit dem weiblichen Geschlecht verbunden, während die Rolle des männlichen Geschlechts in der Reproduktionskrise weitgehend unterbeleuchtet bleibt.


Das Projekt „Fürsorgliche Jungen?“ behandelt daher Fragen von Männlichkeit und (Für)Sorge. Untersucht werden dabei Vorstellungen männlicher Jugendlicher von Fürsorge sowie Selbstsorge, da in der Phase der Adoleszenz die Verantwortungsübernahme für andere, d.h. eine generative Perspektive, maßgeblich ausgebildet wird und in dieser Lebensphase Möglichkeiten für Neuerungen in den Geschlechterverhältnissen gegeben sind. Männlichkeitssoziologische Studien beschreiben Jungen vor allem als risikobereit und wettbewerbsorientiert. Sie scheinen keine Sorge für sich oder andere zu tragen. Es lässt sich jedoch die These formulieren, dass gegenwärtige Bilder von Männlichkeit auch dazu führen, dass andere, entgegengesetzte Männlichkeitsentwürfe und Praxen nicht thematisiert werden, d.h. dass Jungen und Männer (Für)Sorge auch bei persönlicher Relevanz gegenüber anderen nicht thematisieren.


Das Forschungsprojekt fokussiert die Perspektive der Jungen und erforscht mit qualitativen Methoden Wege, über Erfahrungen von Fürsorge und Selbstsorge zu sprechen. Dabei nutzt es die Kenntnisse der Jungenarbeit, indem jungenpädagogische Impulse Bestandteil des methodischen Settings sind. Das Projekt verfolgt zwei Ziele: Erstens die Erweiterung des wissenschaftlichen Kenntnisstandes zur (Für)Sorge von Jungen und zweitens die Entwicklung der theoretischen Konzepte von (Für)Sorge, Generativität und Männlichkeit in Bezug auf die Lebensphase Jugend. Dies steht im Zusammenhang mit der Frage, wie die Integration von (Für)Sorge in Männlichkeitskonstruktionen langfristig ermöglicht werden kann. Auf diese Weise leistet das Projekt auch einen Beitrag zur gesellschaftlichen Bearbeitung der sozialen Reproduktionskrise.

Teilprojekt im BMFSFJ geförderten Verbundprojekt „Jungen und Bildung“ 01.11.2018-30.09.2021 Sylka Scholz Inhalt einblenden

Teilprojekt im BMFSFJ geförderten Verbundprojekt „Jungen und Bildung“
Projektlaufzeit: 01.11.2018-30.09.2021
Projektleitung: Prof. Dr. Sylka Scholz
Projektmitarbeiter*innen: Dr. Kevin Stützel


Das Teilprojekt nimmt in den Blick wie sich die Studien- und Berufswahl von Jungen und jungen Männern biographisch entwickelt. Erhoben werden zwanzig leifadengestützten Interviews mit männlichen Jugendlichen, die sich bereits in einer Ausbildung oder in einem Erststudium in den Bereichen Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, Erziehung und Bildung (SAGE), befinden. Im Forschungsprojekt wird rekonstruiert wie es zur Studien- bzw. Berufswahl gekommen ist und in welchem Verhältnis die Entscheidung zu vorherigen Erfahrungen mit Sorge-Tätigkeiten im sozialen Umfeld steht. Darüber hinaus wird die Auseinandersetzung mit geschlechtsbezogenen Anforderungen im Rahmen der Ausbildung bzw. des Studiums eines SAGE-Berufs analysiert. Befragt werden männliche Jugendliche aus Ausbildungs- und Studieneinrichtungen aus vier Regionen, die städtisch oder ländlich geprägt sind und sich in den alten oder neuen Bundesländern befinden. Bezogen auf die Ausbildungs- und Studiengänge werden SAGE-Berufe gewählt, die einen vergleichsweise hohen bzw. einen vergleichsweise geringen Männeranteil aufweisen.

Die Inhalte am Arbeitsbereich Qualitative Methoden und Mikrosoziologie

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