Laufende Forschungsprojekte

Die Bedeutung von horizontaler Segregation nach Studienfächern für Bildungs- und Arbeitsmarktungleichheiten zwischen hochqualifizierten Frauen und Männern (Prof. Dr. Kathrin Leuze) Inhalt einblenden

Das Forschungsprojekt fokussiert auf Geschlechterungleichheiten unter hochqualifizierten Frauen und Männern im Studium und auf dem Arbeitsmarkt und fragt, welche Bedeutung der geschlechtstypischen Studienfachwahl diesbezüglich zukommt. Einerseits können sind Frauen heutzutage höher qualifiziert sind als Männer, erhalten bessere Noten und schließen häufiger ein Hochschulstudium ab. Andererseits sind sie im Arbeitsmarkt nach wie vor benachteiligt und haben im Anschluss an ihr Studium ein größeres Risiko, gar nicht oder Teilzeit beschäftigt zu sein bzw. sie arbeiten in anderen Berufen und statusniedrigeren Positionen. Da Frauen nach wie vor andere Fächer studieren als Männer, untersucht das Projekt, welche Bedeutung die horizontale Segregation von Studienfächern einerseits für Geschlechterungleichheiten im Studienerfolg, vor allem mit Blick auf Studienfachwechsel, und andererseits für die Entwicklung von ungleichen Arbeitsmarktchancen im Lebensverlauf von akademisch gebildeten Frauen und Männern hat.

Kooperationspartner*innen: Prof Dr. Susanne Strauß, Jasmin Meyer, Universität Konstanz

 

Berufliche Geschlechtersegregation und ihre Bedeutung für die (Re-)Produktion von Geschlechterungleichheiten im deutschen Arbeitsmarkt (Prof. Dr. Kathrin Leuze) Inhalt einblenden

In Deutschland ist das Berufsprinzip zentral für die Verbindung zwischen (Aus-)Bildungssystem und Arbeitsmarkt und daher besonders relevant für die Genese von Ungleichheiten über den Lebensverlauf. Das Projekt untersucht daher die Bedeutung des Berufsprinzips für die (Re-)Produktion von Geschlechterungleichheiten im deutschen Arbeitsmarkt. In der ersten Projektphase haben wir zunächst die Entwicklung beruflicher Geschlechtersegregation zwischen 1976 und 2010 für Deutschland dargestellt und analysiert, wie der Frauenanteil in Berufen kausal mit anderen Berufsmerkmalen, z.B. dem beruflichen Lohnniveau oder dem Teilzeitanteil zusammenhängt. Die Ergebnisse dieser Analysen werden dazu genutzt, den Einfluss dieser beruflichen Merkmale auf nicht-monetäre Aspekte der Arbeitsmarktungleichheiten zwischen Frauen und Männern zu untersuchen. In der zweiten Projektphase untersuchen wir, welche Bedeutung die geschlechtliche Differenzierung der Berufsstruktur in Deutschland für die Entwicklung des Gender Wage Gap seit Mitte der 1970er Jahre hat. Theoretisch untersuchen wir dafür drei unterschiedliche Mechanismen: 1) die Entwertung von frauentypischen Tätigkeitsinhalten sowie 2) die sinkende Nachfrage von spezifischem Humankapital in „Frauenberufen“ aufgrund des technologischen Wandels. Basis der Lohnanalysen ist ein innovativer Datensatz zu individuellen Löhnen im Lebensverlauf: die NEPS Startkohorte 6, die mit Registerdaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verlinkt ist und dadurch zusätzlich sehr valide Lohn- und Firmeninformationen für die Befragten enthält.

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft
Projektlaufzeit: April 2015 – November 2018 (2. Förderphase)
Kooperationspartnerinnen: Ann-Christin Bächmann, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Prof. Dr. Corinna Kleinert, Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V., Dr. des. Anna Erika Hägglund, Bath University UK

 

Individuelle und institutionelle Einflussfaktoren auf geschlechts(un-)typische Berufsaspirationen im Jugendalter (Prof. Dr. Kathrin Leuze) Inhalt einblenden

Aus der Literatur ist es hinlänglich bekannt, dass Frauen und Männer in anderen Berufen arbeiten und dass diese geschlechtstypische „Berufswahl“ mit ungleichen Arbeitsmarkterträgen einhergeht. Allerdings ist bislang immer noch wenig darüber bekannt, warum sich junge Frauen und Männer für unterschiedliche Berufe interessieren und warum sich die geschlechtstypischen Berufsaspirationen zwischen industrialisierten Ländern unterscheiden. Daher untersucht das Projekt in einem ersten Schritt mögliche Einflussfaktoren für die Entwicklung von geschlechts(un-)typischen Berufsaspirationen und fokussiert auf die Bedeutung von Kompetenzen und Noten, das Elternhaus sowie das schulische Umfeld. In einem zweiten Schritt werden diese Analysen auf 30 Länder der EU und der OECD ausgeweitet. Untersucht wird zum einen, inwiefern kulturelle und institutionelle Länderunterschiede die geschlechtsstereotypen Berufserwartungen beeinflussen, und zum anderen, ob sich dadurch auch Länderunterschiede in den Präferenzen für MINT Berufe (Mathematik, Ingenieurswissenschaften, Naturwissenschaften, Technik) erklären lassen.

Kooperationspartner: Prof. Dr. Marcel Helbig, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Universität Erfurt, Dr. des. Anna Erika Hägglund, Bath University UK

 

Evaluation der Folgen von Studienstrukturreform und Hochschulexpansion für die Arbeitsmarkterträge von Hochschulabsolventinnen und -absolventen (Prof. Dr. Kathrin Leuze) Inhalt einblenden

Hochschulreformen wie z.B. die Einführung der gestuften Studienabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozesses, aber auch die Expansion der Hochschulbildung mit den steigenden Studierendenzahlen beeinflussen die Quantität und Qualität des Arbeitsangebots, das in den Arbeitsmarkt eintritt. Ziel des Projekts ist eine Evaluation der Auswirkungen der Einführung der gestuften Studienstruktur auf die Arbeitsmarkterträge von Hochschulabsolventinnen und -absolventen mit unterschiedlichen Hochschulabschlüssen (traditionelle Abschlüsse, Bachelor und Master). Konkret verfolgt das interdisziplinäre Forschungsprojekt zwei übergreifende Forschungsfragen: 1. Wie und warum haben sich die Arbeitsmarkterträge von Hochschulabsolventinnen und -absolventen mit unterschiedlichen Abschlüssen (traditionell, Bachelor, Master) über die letzten Jahrzehnte verändert? (Soziologie) 2. Können diese Veränderungen kausal auf die Einführung der gestuften Studienstruktur (BA und MA) oder die generelle Expansion des Hochschulsystems zurückgeführt werden? (Ökonomie). Damit möchte das Projekt die Auswirkungen der Veränderungen des Hochschulsystems durch Bildungsexpansion und Bologna-Prozess auf moderne Gegenwartsgesellschaften untersuchen, hier vor allem mit Blick auf den Arbeitsmarkt von Hochqualifizierten.

Förderung: Brückenprojekt des Leibniz Center for Science and Society (LCSS), Universität Hannover
Projektlaufzeit: April 2019 – März 2021
Kooperationspartner*innen: Prof. Dr. Stephan L. Thomsen, Dr. Martina Kroher, Johannes Trunzer, Leibniz Universität Hannover, Dr. Markus Lörz, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW)

 

Entwicklungsaufgaben und geschlechtsspezifische Bildungsungleichheiten (Dr. Charlotte Büchner) Inhalt einblenden

Dr. Charlotte Büchner

Entwicklungsaufgaben und geschlechtsspezifische Bildungsungleichheiten

Das Habilitationsprojekt setzt sich mit differentiellen schulischen Leistungen und Bildungserfolgen von Jungen und Mädchen auseinander. Bisherige Studien zeigen, dass geschlechtsspezifische Unterschiede in der schulischen Bildungsbeteiligung und im Zertifikatserwerb vor allem im höheren Sekundarschulbereich zu finden sind und diese deutlich zugunsten der Mädchen ausfallen. Jungen sind proportional häufiger an Hauptschulen vertreten und verlassen die Schule häufiger ohne einen Abschluss, während Mädchen an Gymnasien überrepräsentiert sind und häufiger die Allgemeine Hochschulreife erlangen als Jungen. Aufbauend auf dem Konzept psychosozialer Entwicklungsaufgaben wird angenommen, dass Mädchen und Jungen zentrale Lebensbereiche im Jugendalter unterschiedlich bewältigen und dies im Zusammenhang mit ihren unterschiedlichen Bildungserfolgen steht. Für die empirische Untersuchung interessiert dabei die Frage, welche Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen in der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben Bindung, Regeneration und Partizipation bestehen und inwiefern diese zu geschlechtsspezifischen Bildungsungleichheiten zuungunsten von Jungen beitragen. Neben dem Geschlecht wird auch das Bildungsmilieu der Jungen und Mädchen einbezogen, um im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem theoretischen Konzept differenziertere Erkenntnisse zu gewinnen. Die empirische Untersuchung basiert auf einer Fragebogenerhebung aus dem Jahr 2014, durchgeführt und finanziert durch den Lehrstuhl Allgemeine Erziehungswissenschaft und empirische Bildungsforschung der Universität Erfurt. Befragt wurden insgesamt 1.192 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen neun und zehn an deutschen Regelschulen und Gymnasien im Raum Mittelthüringen.

Projektlaufzeit: April 2017 – September 2021

Kooperationspartner: Prof. Dr. Florian von Rosenberg, Universität Erfurt

 

Dissertationsprojekt: Bedingungen und Konsequenzen herkunftsspezifischer Studienfachwahl (Björn Seipelt) Inhalt einblenden

Björn Seipelt

Dissertationsprojekt: Bedingungen und Konsequenzen herkunftsspezifischer Studienfachwahl

Das Dissertationsprojekt widmet sich der Frage, warum Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft unterschiedliche Studienfächer wählen und welche Konsequenzen sich daraus für den Studienverlauf und den Zugang zur Promotion ergeben. So wird erstens gezeigt, welche herkunftsspezifischen Ungleichheiten bei der Studienfachwahl bestehen und wodurch sich diese erklären lassen. Zweitens wird die Frage bearbeitet, welche Konsequenzen die herkunftsspezifische Studienfachwahl für den weiteren Studienerfolg von Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft hat. Drittens wird der Frage nachgegangen, welche Konsequenzen die herkunftsspezifische Studienfachwahl für herkunftsspezifischen Ungleichheiten beim Zugang zur Promotion besitzt. Durch die Betrachtung von Ursachen und Konsequenzen des Phänomens an unterschiedlichen Zeitpunkten – vor Studienbeginn, im Studienverlauf und nach Studienabschluss - entsteht ein umfassendes Bild der empirisch vielfach bestätigten aber bisher noch nicht hinreichend erforschten herkunftsspezifischen Disparitäten bei der Studienfachwahl. Dabei liegt der Fokus stets auf der weitreichenden Bedeutung herkunftsspezifischer Studienfachwahl für die Reproduktion von sozialer Ungleichheit.

Projektlaufzeit: Oktober 2018 - März 2021

Kooperationspartner: Dr. Markus Lörz, Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW)

Das Dissertationsprojekt wird zum Teil im Rahmen des Brückenprojekts Studienfachwahl: Determinanten, Prozesse und soziale Reproduktion am Leibniz Center for Science and Society (LCSS)  bearbeitet.

 

Institutionelle Erklärungen für migrationsbedingte Bildungsungleichheiten in westlichen Gesellschaften (Katja Pomianowicz) Inhalt einblenden

Katja Pomianowicz

Im Rahmen der Promotion wird ergründet, inwiefern es im Laufe der Bildungswege von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu Unterschieden im Vergleich zu einheimischen Jugendlichen kommt und wie diese durch institutionelle Gegebenheiten des Bildungssystems beeinflusst werden. Das übergeordnete Ziel der Promotion liegt somit in der Ergründung der Ursachen der migrationsbedingten Bildungsungleichheiten, die über die individuellen und familiären Bedingungen hinausgehen und die spezifischen nationalen und schulischen Wirkungskontexte als zusätzliche Erklärungen thematisieren und ergründen. Die kumulative Promotion wird in drei Artikeln ergründen, wie sich die migrationsbedingten Bildungsunterschiede über den Lebensverlauf entwickeln. Der Schwerpunkt der jeweiligen Dissertationspapiere liegt in der ländervergleichenden Forschung, um die kontextuellen Faktoren auf der Institutionenebene und deren Einfluss zu untersuchen. Insbesondere wird hierbei der der institutionellen Stratifizierungsrades des Bildungssystems fokussiert, da die bisherige Forschung von einem erheblichen ungleichheitsfördernden Einfluss auf Bildungsungleichheiten ausgeht. Im Fokus der Promotion stehen Ungleichheiten in den schulischen Leistungen, in den Bildungsaspirationen sowie in den tertiären Bildungswegen zwischen Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund.

Projektlaufzeit: Oktober 2015 - März 2020

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