Readspeaker menu

Ausgewählte Forschungsprojekte

Forschungsprojekte (laufend)

Die Bedeutung von horizontaler Segregation nach Studienfächern für Bildungs- und Arbeitsmarktungleichheiten zwischen hochqualifizierten Frauen und Männern

Das Forschungsprojekt fokussiert auf Geschlechterungleichheiten unter hochqualifizierten Frauen und Männern im Studium und auf dem Arbeitsmarkt und fragt, welche Bedeutung der geschlechtstypischen Studienfachwahl diesbezüglich zukommt. Einerseits können sind Frauen heutzutage höher qualifiziert sind als Männer, erhalten bessere Noten und schließen häufiger ein Hochschulstudium ab. Andererseits sind sie im Arbeitsmarkt nach wie vor benachteiligt und haben im Anschluss an ihr Studium ein größeres Risiko, gar nicht oder Teilzeit beschäftigt zu sein bzw. sie arbeiten in anderen Berufen und statusniedrigeren Positionen. Da Frauen nach wie vor andere Fächer studieren als Männer, untersucht das Projekt, welche Bedeutung die horizontale Segregation von Studienfächern einerseits für Geschlechterungleichheiten im Studienerfolg, vor allem mit Blick auf Studienabbrüche, und andererseits für die Entwicklung von ungleichen Arbeitsmarktchancen im Lebensverlauf von akademisch gebildeten Frauen und Männern hat.

Kooperationspartner*innen: Prof Dr. Susanne Strauß, Universität Konstanz, Dr. Markus Lörz, Leibniz Universität Hannover

 

Berufliche Geschlechtersegregation und ihre Bedeutung für die (Re-)Produktion von Geschlechterungleichheiten im deutschen Arbeitsmarkt

In Deutschland ist das Berufsprinzip zentral für die Verbindung zwischen (Aus-)Bildungssystem und Arbeitsmarkt und daher besonders relevant für die Genese von Ungleichheiten über den Lebensverlauf. Das Projekt untersucht daher die Bedeutung des Berufsprinzips für die (Re-)Produktion von Geschlechterungleichheiten im deutschen Arbeitsmarkt. In der ersten Projektphase haben wir zunächst die Entwicklung beruflicher Geschlechtersegregation zwischen 1976 und 2010 für Deutschland dargestellt und analysiert, wie der Frauenanteil in Berufen kausal mit anderen Berufsmerkmalen, z.B. dem beruflichen Lohnniveau oder dem Teilzeitanteil zusammenhängt. Die Ergebnisse dieser Analysen werden dazu genutzt, den Einfluss dieser beruflichen Merkmale auf nicht-monetäre Aspekte der Arbeitsmarktungleichheiten zwischen Frauen und Männern zu untersuchen. In der zweiten Projektphase untersuchen wir, welche Bedeutung die geschlechtliche Differenzierung der Berufsstruktur in Deutschland für die Entwicklung des Gender Wage Gap seit Mitte der 1970er Jahre hat. Theoretisch untersuchen wir dafür drei unterschiedliche Mechanismen: 1) die Entwertung von frauentypischen Tätigkeitsinhalten, 2) die sinkende Nachfrage von spezifischem Humankapital in "Frauenberufen" aufgrund des technologischen Wandels, und 3) höhere berufliche Schließungspotentiale in "Männerberufen". Basis der Lohnanalysen ist ein innovativer Datensatz zu individuellen Löhnen im Lebensverlauf: die NEPS Startkohorte 6, die mit Registerdaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) verlinkt ist und dadurch zusätzlich sehr valide Lohn- und Firmeninformationen für die Befragten enthält. Zur Modellierung des Gender Wage Gaps werden diesen Individualdaten die Daten des Berufspanels der ersten Projektphase zugespielt und zudem weitere berufliche Charakteristika generiert, die bislang nicht berücksichtigt wurden: berufliche Tätigkeitsinhalte und weitere Merkmale der beruflichen Schließung.

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft
Projektlaufzeit: April 2015 - März 2018 (2. Förderphase)
Kooperationspartnerin: Prof. Dr. Corinna Kleinert, Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V.
Projektmitarbeiterinnen: Dörthe Gatermann, Anna Erika Hägglund, Ann-Christin Hausmann

Individuelle und institutionelle Einflussfaktoren auf geschlechts(un-)typische Berufsaspirationen im Jugendalter

Aus der Literatur ist es hinlänglich bekannt, dass Frauen und Männer in anderen Berufen arbeiten und dass diese geschlechtstypische "Berufswahl" mit ungleichen Arbeitsmarkterträgen einhergeht. Allerdings ist bislang immer noch wenig darüber bekannt, warum sich junge Frauen und Männer für unterschiedliche Berufe interessieren und warum sich die geschlechtstypischen Berufsaspirationen zwischen industrialisierten Ländern unterscheiden. Daher untersucht das Projekt in einem ersten Schritt mögliche Einflussfaktoren für die Entwicklung von geschlechts(un-)typischen Berufsaspirationen und fokussiert auf die Bedeutung von Kompetenzen und Noten, das Elternhaus sowie das schulische Umfeld. In einem zweiten Schritt werden diese Analysen auf 30 Länder der EU und der OECD ausgeweitet. Untersucht wird zum einen, inwiefern kulturelle und institutionelle Länderunterschiede die geschlechtsstereotypen Berufserwartungen beeinflussen, und zum anderen, ob sich dadurch auch Länderunterschiede in den Präferenzen für MINT Berufe (Mathematik, Ingenieurswissenschaften, Naturwissenschaften, Technik) erklären lassen.

Kooperationspartner: Prof. Dr. Marcel Helbig, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Universität Erfurt
Projektmitarbeiterin: Anna Erika Hägglund

 

Promotionen in der Human- und Zahnmedizin: Motivation, Struktur und Rahmenbedingungen

Im Rahmen des Projekts werden die Promotionswege von Studierenden der Human- und Zahnmedizin untersucht. Im Fokus stehen zum einen die individuellen Entscheidungsprozesse der Studierenden für bzw. gegen die Promotionsaufnahme. Zum anderen sollen bestehende Strukturen und Rahmenbedingungen evaluiert, mögliche Probleme während des Promotionsprozesses identifiziert und Idealbedingungen erhoben werden, unter denen die Studierenden promovieren möchten. Aus der bisherigen Forschung ist bereits bekannt, dass die Promotionsmotivation und -bedingungen teilweise starke fächerspezifische Unterschiede aufweisen. Oftmals werden die Human- und Zahnmedizin aufgrund ihrer besonderen Promotionskultur (Promotion neben dem Studium) jedoch aus den Untersuchungen ausgeschlossen, sodass nur wenige Befunde existieren. Angesichts dessen wird eine Onlineerhebung an der Medizinischen Hochschule Hannover und der Universität Oldenburg unter den Studierenden der Human- und Zahnmedizin stattfinden. Neben einem standardisierten Fragebogen ist durch das Vignettendesign ein experimenteller Teil integriert. 

Kooperationspartner: Prof. Dr. Jörg Eberhard, University of Sydney, Australien
Projektmitarbeiterin: Ann Christin Bartels


 

Forschungsprojekte (abgeschlossen)

Bildungserträge und Weiterbildung von Hochschulabsolvent*innen

Projektlaufzeit: Oktober 2007 - September 2012
Kooperationspartnerin: Prof. Dr. Susanne Strauß, Universität Konstanz

Bildungsetappe 6 "Berufliche Bildung und Übergänge in den Arbeitsmarkt" des Nationalen Bildungspanels

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektlaufzeit: September 2008 - September 2012
Kooperationspartnerin: Prof. Dr. Heike Solga, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Prof. Dr. Wolfgang Ludwig-Mayerhofer, Universität Siegen
Projektmitarbeiter*innen: Rosine Dombrowski, Ralf Künster, Anna Marczuk, Laura Menze

 

Bildungsetappe 8 "Erwachsenenbildung und lebenslanges Lernen" des Nationalen Bildungspanels

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektlaufzeit: September 2008 - September 2012
Kooperationspartnerin: Prof. Jutta Allmendinger PhD, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Dr. Corinna Kleinert, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung
Projektmitarbeiter*innen: Agnieszka Althaber, Claudia Finger, Dr. Janina Söhn, Dr. Reinhard Pollak

 

Institutionelle Bedingungen des Zusammenhangs von atypischer Beschäftigung und sozialer Ungleichheit in Europa

Förderung: Hans-Böckler-Stiftung
Projektlaufzeit: Juli 2010 - Juni 2014
Kooperationspartnerin: Prof. Jutta Allmendinger, PhD, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Prof. Dr. Johannes Giesecke, Humboldt Universität zu Berlin
Projektmitarbeiter*innen: Dr. Janine Bernhard, Dr. Lena Hipp, Stefan Stuth

 

Integrationsschüler im Nationalen Bildungspanel (IntFös)

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Projektlaufzeit: Oktober 2010 - September 2012
Kooperationspartnerin: Prof. Dr. Heike Solga, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Projektmitarbeiterinnen: Jonna Blanck, Dr. Cornelia Gresch