(DFG-finanziertes Forschungsprojekt im SFB 580)
Web-Page: http://www.sfb580.uni-jena.de
Mitarbeiter: Dr. Ronald Gebauer; Dr. Dietmar Remy; Dr. Axel Salheiser
Das Projekt analysiert mit dem Verfahren der historischen Quellenkritik und mit den Methoden der Längs- und Querschnittsanalyse Rekrutierungs- und Karrieremuster der sozialistischen Eliten in der DDR. Als Datengrundlage dienen personenbezogene Massendatenspeicher der DDR, die in den achtziger Jahren als Hilfsinstrumente zur Auswahl, Verteilung und Kontrolle des Leitungspersonals der DDR geschaffen wurden. In Zusammenarbeit mit dem Bundesarchiv Koblenz hat das Projekt den Zentralen Kaderdatenspeicher des Ministerrates, Arbeitskräftedatenspeicher der Ministerien, die Kaderdatenbank der Deutschen Volkspolizei, den Datenspeicher Gesellschaftliches Arbeitsvermögen des Staatssekretariats für Arbeit und Löhne und den zentralen Datenfonds der Lehrer und Erzieher des Ministeriums für Volksbildung entschlüsselt und für Forschungszwecke aufbereitet. Diese prozessproduzierten Daten hat das Projekt durch eigene Erhebungen zu 1. und 2. Bezirks- und Kreissekretären der SED und Offizieren der Nationalen Volksarmee ergänzt.
(DFG-finanziertes Forschungsprojekt im SFB 580)
Web-Page: http://www.sfb580.uni-jena.de
Mitarbeiter: Dr. Michael Edinger; Lars Vogel, M.A.
Abgeordnete stellen unter den politischen Eliten eine zentrale Gruppe: direkt vom Wähler legitimiert sind sie wichtige, beständig unter öffentlicher Beobachtung stehende Akteure der repräsentativen Demokratie. Das Forschungsprojekt untersucht, wie sich die Rekrutierungsmuster, die Karrierewege und die politischen Orientierungen von ost- und westdeutschen Abgeordneten (in Bundestag, Landesparlamenten und dem Europäischen Parlament) seit der Vereinigung entwickelt haben. Unter der Leitfrage der Elitenkonvergenz geht es darüber hinaus um die Einbettung der deutschen Befunde in die europäisch vergleichende Abgeordnetenforschung.
Die Analysen stützen sich zum einen auf eine biographische Datenbank mit Angaben zum beruflichen und politischen Werdegang der Parlamentarier. Zum anderen basieren sie auf der größten deutschen Abgeordnetenbefragung, in deren Rahmen 2003/04 mehr als 1.500 Interviews mit seinerzeit aktuellen und ehemaligen Mandatsträgern geführt wurden.
Web-Page: www.intune.it
Mitarbeiter: Dr. Stefan Jahr; Dr. Andreas Hallermann
Die Erweiterung der Europäischen Union ist nicht nur für die politischen Institutionen eine Herausforderung, sondern verlangt auch von den Bürgern der europäischen Staaten umfassende Anpassungsleistungen. Das "IntUne"-Projekt geht der Frage nach, welche Veränderungen in der Wahrnehmung als Staatsbürger, dem Repräsentationsverständnis und der Politikbewertung sich unter der Bevölkerung der Mitgliedsstaaten durch das institutionelle Zusammenwachsen Europas feststellen lassen.
Mitarbeiter: Agnés Pilleul-Arp; Jeanette van Laak; Dr. Ronald Gebauer; Marcel Fischer; Thomas Ritter, M.A.; Marc Beuermann; Rolf Gröschner; Dr. Oliver Lembcke
Die besondere soziale Situation von Opfern der politischen Repressionen in der DDR ist bisher wissenschaftlich kaum untersucht wurden. Seit April 2007 wird ein Projekt zur sozialen Lage der Opfer des SED-Unrechts in Thüringen vom Jenaer Zentrum für empirische Sozial- und Kulturforschung durchgeführt. Geplant sind hierbei ganz unterschiedliche Untersuchungen. Zunächst geht es um die soziale Lage der Opfer in ganz unterschiedlichen Bereichen, wie der Familien- und Wohnsituation. Besonders hinsichtlich ehemaliger politischer Häftlinge steht zudem die gesundheitliche und psychische Verfassung auf dem empirischen Prüfstand. Aber auch die berufliche Situation und die Integration in persönliche Netzwerke, in Verbände und Parteien werden untersucht. Ergänzt werden diese quantitativen Vorhaben durch qualitative Interviews mit Opfern bzw. Betroffenen des SED-Unrechts. Daneben geht es auch um die Frage, welche Einstellung die Bevölkerung Thüringens zum Rehabilitierungs- und Entschädigungsprozess hat. Dazu wird eine Bevölkerungsbefragung durchgeführt. Weiterhin wird das Helmuth-Loening-Zentrum für Staatswissenschaften in Jena die derzeitige Gesetzeslage zur Rehabilitierung und Wiedergutmachung begutachten.
WebPage: www.eurelite.uni-jena.de
Mitarbeiter: Dr. Michael Edinger; Dr. Stefan Jahr; Dr. Harald Klein; Dr. Christopher Hausmann
Das EURELITE-Projekt dokumentiert und analysiert Entwicklungslinien demokratischer europäischer Nationalparlamente auf der Basis eines Aggregatdatensatzes. Dazu wurden Daten über die Rekrutierung und die Karriereverläufe von Abgeordneten der nationalen Parlamente aus fast 20 europäischen Staaten erfasst, die bis teilweise in das 19. Jh. zurückreichen. Die Ergebnisse des EURELITE-Projektes sind, neben zahlreichen Aufsätzen in Fachzeitschriften, in den Büchern "Best/Cotta (2000): Parliamentary Representatives in Europe 1848 - 2000: Legislative Recruitment and Careers in eleven European Countries. Oxford University Press." und "Cotta/Best (2007): Democratic Representation in Europe: Diversity, Change, and Convergence. Oxford University Press." veröffentlicht.
Leitung: Dr. Michael Edinger
Während extreme Parteien oder auch politisch motivierte Gewalttaten ein in der Forschung etabliertes Forschungsthema darstellen, sind sozialwissenschaftliche Untersuchungen über derartige Einstellungen in der Bevölkerung bislang Mangelware. Vor diesem Hintergrund versteht sich das Forschungsprojekt als Beitrag zu einem vertieften Verständnis links- und rechtsextremer Einstellungsmuster in Ost- und Westdeutschland. Die beteiligten Forscher werten zu diesem Zweck eine bundesweite repräsentative Bevölkerungsbefragung aus, die 2009 konzipiert und durchgeführt worden ist. Untersucht werden rechts- und linksextreme Einstellungen mit Blick auf ihre Strukturen (Dimensionen und Zusammenhänge), ihre Ursachen und die zu erwartenden Folgen. Des Weiteren wird in Fortführung einer längeren Forschungsdebatte nach inhaltlichen Bezügen zwischen diesen Formen des Extremismus sowie nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten hinsichtlich ihrer sozialen Trägergruppen gefragt. Dabei konnte im Rahmen des Projekts ein neues Messinstrument entwickelt werden, das für die weitere Forschung zur Verfügung steht. Für die Länder Thüringen und Hessen ist darüber hinaus eine vertiefte Regionalanalyse geplant, die auch die Wahrnehmung von Rechts- und Linksextremismus sowie landesspezifische Faktoren berücksichtigt.