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Erklärung zur Geschlechterforschung in Lehre und Forschung am IfS [Update]


Zunehmend wird die Geschlechterforschung im öffentlichen Diskurs abgewertet und diffamiert, das Ganze reicht bis hin zu persönlichen Angriffen auf Forschende. Die dahinterstehende antifeministische Tendenz wird in den Massenmedien oft unreflektiert übernommen. Populistische Akteur*innen sprechen der Geschlechterforschung die Wissenschaftlichkeit ab und deuten "Gender" zur Ideologie um.

Wir, die Mitglieder des Instituts für Soziologie, weisen diese wissenschaftsfeindlichen Angriffe zurück und begreifen gender ebenso wie sex und desire als gesellschaftsanalytische Kategorien. Sie sind für uns zentrale Dimensionen, um den aktuellen Wandel spätmoderner kapitalistischer Gesellschaften analysieren und erklären zu können. Vor diesem Hintergrund sind diese Kategorien in einer Vielzahl von Themen in Lehre und Forschung an unserem Institut als zentraler Gegenstand oder als eine Analysedimension präsent. Dies betrifft so unterschiedliche Gegenstandsbereiche wie die ungleiche Entlohnung von Frauen und Männern, die soziale Konstruktion und auch Dekonstruktion von geschlechtlicher Identität oder die neue Verteilung von Fürsorgearbeit (care) zwischen den Geschlechtern in ihrer Interdependenz mit anderen sozialstrukturellen Kategorien. Der Wandel von Männlichkeiten ist ebenso Forschungsfeld wie die globale Ungleichheit im neuen Wirtschaftssektor der Bioenergie.

Schon diese Aufzählung zeigt, dass die Forschungsgegenstände nur mit einer Vielfalt von theoretischen Ansätzen analysiert werden können, von sozialstrukturellen Konzepten von Geschlecht über handlungs- bis hin zu queertheoretischen Ansätzen. Damit verbunden sind vielfältige empirische Methoden in quantitativen und qualitativen Forschungsdesigns. Es gibt demnach nicht die Geschlechterforschung, wie es in den antifeministischen Angriffen oft unterstellt wird. Um die Vielfalt von Geschlechterforschung in Forschung und Lehre am Institut für Soziologie sichtbar zu machen, finden Sie eine Liste mit aktuellen Forschungsprojekten und Schwerpunkten in der Lehre auf der Institutshomepage.

Prof. Sylka Scholz, Direktorin des Instituts für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität

Update:

Aus aktuellem Anlass verweisen wir zudem auf den Aktionstag "#4genderstudies", der am 18.12.2017 stattgefunden hat. Unter dem gleichnamigen Hashtag wurden diverse Aktivitäten gesammelt, die in einer Übersicht nachvollziehbar sind. Aufgerufen wurde, im nächsten Jahr am 18.12.2018 einen zweiten Aktionstag Gender Studies durchzuführen.

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